Weniger Gemeiden und mehr Planung
Die Zersiedelung ist vor allem eine Folge der über 3000 Gemeinden in der Schweiz, welche eine wirksame Planung verhindert. Im Konkurrenzkampf um Steuerzahler und Aufträge für das lokale Gewerbe, wird gerade im ländlichen Raum viel zu grosse Bauzonen bewilligt.
Grossrat Bern, SP, 1. März 2010
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Wohnen in Städten/gut erschlossenen Agglomerationen fördern, Lebensqualität erhöhen mit Einschränkung der Verkehrsnebenwirkungen
Dies ist kein Allheilmittel gegen Zersiedelung und Mobilität, denn sogar wenn alle Menschen in Städten wohnen würden, würde ein verschwindend kleiner Teil auch in Fussdistanz arbeiten, geschweige denn sämtliche Freizeitaktivitäten ausüben - was mir noch fast wichtiger erscheint, da der grösste Teil des Verkehrs der Freizeitmobilität dient. Als Kerncharakteristik unserer Zeit ist die Mobilität vermutlich kaum einzuschränken - übrigens ist die dafür verwendete Zeit ungefähr gleich geblieben, nur eben die Distanzen grösser. Im Sinne der Nachhaltigkeit müssten wir meiner Meinung nach nicht die Mobilität, sondern deren Folgeschäden einschränken (Lärm, Luftverschmutzung, ungebremster Platzbedarf). Dies mittels intelligenter kombinierter Mobilität, worauf die Verkehrsnetze nicht doppelt bis dreifach geführt werden müssen (Beispiel Flugzeug, Schnellbahn und Autobahn um z.B. nach Mailand zu gelangen). Der Zersiedelung ist höchstwahrscheinlich nur mit einer restrikitiven Bodenpolitik (auf Kosten des Steuerwettbewerbs) beizukommen. Hierbei dürfen aber die Wohnqualitätsbedürfnisse und die finanziellen Barrieren nicht vergessen gehen; Bau- und Grünraumqualität sowie günstiger, hochqualitativer Wohnraum in gut erschlossenen Städten/Agglomerationslager ist zu fördern.
JEVP, 22. Januar 2010
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Eine bessere (öffentliche) Verkehrsinfrastruktur würde die Situation eher entschärfen!...
Es wird kritisiert, dass zu viele "Pendlerwagen" unterwegs sind... Das sehe ich auch so, vor allem wenn man sich die permanenten Verkehrskollapse in und um den Raum Zürich anschaut, aber auch an anderen lokalen oder regionalen Knotenpunkten.
Aber es scheint ein bisschen fern ab der Realität zu sein, wenn dann die Forderung kommt, dass Arbeits- und Wohnort näher beieinander liegen müssen.
Gerade in Anbetracht der Wirtschaftskrise aber auch grundsätzlich ist ein Umzug mit teils hohen Kosten verbunden. Wenn dann RAV-Stellen einem Stellensuchenden mitteilen, dass dieser eine Stelle anzunehmen hat, die ihm bis zu zwei Stunden Arbeitsweg beschert, liegt zwar ein Wohnsitzwechsel nahe, aber ist bei weitem nicht in jedem Fall umsetzbar.
Ich bin deshalb dafür, dass vor allem die öffentliche Verkehrsinfrastruktur stark ausgebaut wird, denn gerade der ökologische Effekt ist nicht unbeträchtlich. Allerdings verstehe ich auch jeden, der seines PW bedient, wenn er dadurch den Arbeitsweg in der Hälfte der Zeit schafft, als wenn er mühseligen öV in Anspruch nehmen würde.
Adrian Zehnder, 9. November 2009
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Die Zahl der Personenwagen wie auch die beanspruchte Wohnfläche steigen stetig an - Zuwanderung erklärt diese Trends nicht. Dies sind hausgemachte Probleme.
Seit 1980 nahm in der Schweiz die Zahl der EinwohnerInnen von 6.3 Millionen um rund 22% auf 7.7 Millionen zu. Die Zahl der immatrikulierten Personenwagen nahm im selben Zeitraum jedoch von 2.7 auf 5.2 Millionen zu – das sind 94% mehr. Die Nettozuwanderung – in dieser Zeit wanderten rund 880′000 Personen mehr in die Schweiz ein als aus – erklärt dieses Wachstum in keiner Weise. Mehr Fahrzeuge benötigen mehr Platz, auf der Strasse und überall dort, wo sie parkiert werden, in Wohnzonen, bei Arbeitsplätzen und bei Freizeit- und Einkaufstempeln. Dieser unsinnige und weiter ungebrochene Trend bliebe – das zeigen die Zahlen – auch bei einem Immigrationsstopp ungebrochen.
Die EinwohnerInnen der Schweiz gönnen sich auch immer mehr Platz zum Wohnen. Die Zunahme der beanspruchten Pro-Kopf-Fläche von 1980 bis 2000 übersteigt das Bevölkerungswachstum um ein Vielfaches. Daten der vergangenen drei Volkszählungen zeigen: Im Schnitt leben Ausländer in der Schweiz auf deutlich engerem Raum, im Jahr 2000 beanspruchten sie mit 32 Quadratmetern weniger als die Schweizer zwei Jahrzehnte davor!
Die Grenzen des Wachstums lassen sich also nicht an den Aussengrenzen der Schweiz regeln. Es bleiben genügend Themenfelder, bei denen Migrationspolitik tatsächlich Teil der Debatte sein muss. Bei den hausgemachten Problemen bringen uns Abschottungsforderungen nicht weiter.
Grüne, 6. November 2009
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